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D-1753 Fauvel AV-36 C
www.av36.eu
Die D-1753 ist in vielerlei Hinsicht ein faszinierendes Flugzeug. Zum einen ist es ein Nurflügelflugzeug, was schon eine Seltenheit in der Fliegerei ist, zum anderen hat dieser Typ noch eine faszinierende Geschichte mit Höhen und Tiefen: Die AV 36 ist eine französische Maschine, die von Charles Fauvel in den Fünfziger Jahren konstruiert wurde. Die heutige D-1753 wurde 1955 als Segelflugzeug gebaut. 1959 wurde sie von der Apparatebau Nabern GmbH unter Verwendung eines 14 PS-Zweitakt Motors zu einem Motorsegler-Prototyp umgebaut und 1960 auf der Luftfahrtshow in Hannover vorgestellt. Trotz des großen Aufsehens wurden keine weiteren Motorsegler hergestellt, und so geriet die motorisierte Variante wieder in Vergessenheit. 1967 kaufte der Bayrische Luftsportverein München die Maschine und baute sie wieder zu einem Segelflugzeug um. 1984 wurde zum Schicksalsjahr dieses Modells: Bei einigen Maschinen wurde Pilzbefall an den Flächenholmen festgestellt, was zwangsläufig das Aus für alle Maschinen dieses Typs bedeutete! Grund: Der Hersteller hatte bei der Produktion der Flächenholme eine falsche Holzart verwendet! Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig entzog allen Maschinen die Lufttüchtigkeit, die "Lizenz zum Fliegen". Eine Reparatur war zwar technisch möglich, hätte aber bedeutet, daß das ganze Flugzeug komplett neu aufgebaut werden muß. 1992 kaufte Christian Franken diese stillgelegte Maschine und machte sich an die mühevolle Aufbauarbeit: In der 5-jährigen Aufbauzeit mußte der komplette Flügel zerlegt, und einer neuer Flächenholm aus einer Pilz-resistenten Holzart (Birke) gebaut werden. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau der Flächen, die Montage des Rumpfboots und abschließend die Bespannung und Lackierung des Fliegers. Was sich hier so leicht und einfach anhört, bedeutet in Wirklichkeit tausende von ungezählen Arbeitsstunden in der Werkstatt. Nach der erfolgreichen Abnahme durch das Luftfahrtbundesamt, erfolgte am 28.08.1997 der erste Flug auf dem Flugplatz in Asperden Aus dem Wiederaufbau-Tagebuch: Zum Zerlegen mußte zunächst die Steuerung entfernt und dann das Rumpfboot entlang der Profilunterseite abgesägt werden. Damit wenig am Rippensatz beschädigt wird, werden die Holmgurte unter den Rippen ausgebohrt, dann die Beplankung an den Rippen vorbei abgesägt, danach die restliche Beplankung abgeschliffen. Das Flügelhinterteil wird nicht zerlegt, aber am Höhenruderleitholm in zwei Hälften aufgeteilt. Die Beplankung des Mittelflügels wird zunächst an der Oberseite entfernt, Die Unterseite verbleibt bis zum Wiederaufbau und wird dann erneuert. Die Flügelnasenbeplankung wird völlig entfernt. Im Flügelmittelstück befindet sich noch eine weitere Rippe 1. Diese ist aus Vollholz beplankt. Diverse Bohrungen und Laschen, sowie Gfk-Tanks mit überspachtelten Einfüllstutzen und sonstige kleine Veränderungen scheinen Relikte aus der Motorseglerzeit zu sein und werden entfernt. Sonstige Abweichungen, die beim Umbau zum Segler beibehalten wurden, verbleiben auch jetzt. Am Holmknick, Rippe 7-8, war keine Knickverstärkung vorhanden. Diese muß laut Zeichnung beim Wiederaufbau eingebaut werden. Auf einer optisch ausgerichteten Helling wird der Holm aufgebaut. Für die Holmgurte wird eine nordische Kiefer aus geprüften Beständen der JuBi in Oerlinghausen genommen. Die Verleimung erfolgt mit Aerodux 185 mit Härter HRP 150. Der Aufbau des Holmes wird nach Zeichnung 14/15 durchgeführt. Die angeflanschte Verlängerung, Rippe 30-32, wird neu aufgebaut. Sie sind aus Sperrholz der Möbelindustrie gefertigt; kleinere Schäden wie Fähnchenrisse müssen beseitigt werden. Der gesamte Nasenrippensatz wird imprägniert und auf dem Holm ausgerichtet, verleimt und nachgestrakt. Danach wird die Beplanung aufgezogen und zur vorläufigen Verstärkung auch über das Cockpit hinweg. Dadurch ergibt sich eine, über die ganze Länge hinweg torsionsfeste Flügelnase, auf der ohne Helling weitergearbeitet werden kann. Auf dieser nun stabilen Flügelnase werden die beiden halben Hinterteile wieder aufgeleimt. Die Mittelrippen 1-1a sind stark beschädigt und werden nach Zeichnungen repariert. Der Höhenruderleitholm weicht im Mittelstück stark vom Plan ab. Er zeigt Spuren vom Motorsegler und wird beidseitig bis Rippe 3 erneuert. In Höhe des linken Seitenruderbeschlages wird eine unsachgemäße Reparatur (Pattex) erneuert. Die Endleiste zwischen Rippe 8-16 wird nach der Zeichnung angeglichen. Das Flügelhinterteil ist bis auf ein paar Fähnchenrisse in Ordnung. Seitenleitwerke und Ruder sind ebenfalls weitgehend in Ordnung. Das Höhenruder hat in den Ecken der Endleiste einige Fähnchen beschädigt und muß repariert werden. Der gesamte Aufbau wird mit anelinfreier Grundierung imprägniert. Am Flügelmittelstück wird nun die obere Beplankung neu aufgebracht und die alte, untere entfernt und dann ebenfalls erneuert. Das Rumpfboot wird bis zum Flügelstrack aufgefüttert. Das Rumpfende wird der Zeichnung angeglichen. Die Seilführung zu den Bordwandkupplungen muß gradlinig von den Umlenkrollen durch die Bordwand zu den Auslösehebeln verlegt werden. Die Abdeckhauben der Kupplunghen müssen erneuert werden. Das Rumpfboot kann am Flügel angeleimt werden. Die innere Beplankung zwischen Rumpf, Holm und Nase wird unter Beachtung der Änderung 1/Blatt 3 angebracht. Die Rumpfbootoberkante wird der geblasenen Haube angepasst. Der Kopfabschluß, wie auch der Gleichrichterring, werden aus GFK erneuert. Anschließend werden Beschläge und Steuerstangen wieder eingebaut. Die Steuerseile müssen unter Beachtung der LTA 74-323/2 ersetzt werden. Alle Ruderausschläge werden nach Betriebshandbuch eingestellt. Die Bespannung aus Maco wird mit Klebeleim aufgebracht umd mit Spannlack imprägniert. Die Lackierung wird aus 2K-Acryl aufgebaut, Füller, Vorlack, Decklack; das Ganze mit 30% Elastik-additiv. Abschließend wird das Kennzeichen und die farbliche Ausschmückung angebracht. Fertig! |