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Für heute waren die Wetterprognosen gut. Zwar blau, aber wenig Wind und gute Thermik. Daher wurden direkt nach dem Flugzeug fleißig die Flugzeuge aufgerüstet und aus der Halle gezogen. Es wurde sich einiges vorgenommen: Jarno wollte beispielsweise die 50km fliegen um endlich mal seine Ausbildung zu beenden. Bastian wollte zum ersten Mal mit der 24 über Land und Christoph Mueller wollte einmal rund um Berlin. Um 11Uhr begannen wider aller Erwartungen bilderbuchmaessige CUs am Himmel aufzupoppen. Das Wetter stellte sich als wirklich gut raus und es wurden einige Kilometer geflogen. Jarno ist erfolgreich in Perleberg gelandet. Der Versuch von Hannah, die Ka8 auch wieder zurück nach Wittstock zu fliegen, scheiterte aber leider. Held des Tages war aber Christoph, der seine 500km rund um Berlin tatsächlich geschafft hat. Es war am Ende wohl ziemlich eng, aber ein Waldbrand verhalf ihm doch noch zur Endanflughöhe. Hans zu dem Erlebnis mit Hannah in Perleberg:
McReady??? oder warum eine KA8 über die Flugplatzbegrenzung getragen wird statt zu fliegen! (Erlebnisbericht eines leicht gealterten Fluglehrers!!)
Gutes Wetter heißt für Segelflieger gute Thermik und eine ordentliche Arbeitshohe. Am dritten Tag des Fliegerlagers waren die Bedingungen gegeben und auch Wind und Windrichtung stellten keine unlösbaren Probleme für eine KA8 dar. Also bekam Jarno einen Flugauftrag über 50 km von Berlinchen nach Perleberg, ziemlich genau nach Westen über wenig bewaldetes Gebiet. Alles passte und so trudelte schon am frühen Nachmittag über Funk die Meldung ein, dass eine Landung am Ziel gesichert sei. Da auch Hannah noch ihre 50 km fliegen muss, wird nicht die Rückholmannschaft aktiviert sondern ein Fluglehrer, der sich mit Hannah auf nach Perelberg macht. Alles notwendige wird eingepackt, die Streckenberechnung kontrolliert, uups, das ist ja der Kurs nach und nicht von Perleberg, schnell noch korrigiert, fast das Blei vergessen, aber dann ist alles perfekt. Mit Kartennavigation – das Navigerat ist als Logger in der Ka8 – geht’s mit dem Auto nach Perleberg. Dort angekommen wird mit den dort fliegenden Kameraden aus Wismuth kurz über die Modalitäten gesprochen. Obwohl auch sie die Starts bezahlen müssen, bekommt Hannah den ersten Start geschenkt. Während der Fluglehrer diese Dinge klärt, „brieft“ Jarno Hannah über seinen Flug und das Wetter. Mittlerweile ist die Basis bei 1800 m und entsprechend sind die Abstände zwischen den Wolken. Querab der Winde kreisen aber zwei Kollegen der hilfsbereiten Wismuther, also sollte was gehen. Noch eine kurze Einweisung in die Startgewohnheiten und los geht’s. Der Start verläuft gut, hätte etwas mehr nach rechts vorgehalten werden müssen und kräftigeres Ziehen hätte sicher mindesten 50 m mehr an Höhe gebracht. Nach dem Ausklinken schwenkt die Ka8 nach links und orientiert sich Richtung der kreisenden Wismuther, die mittlerweile aber deutlich versetzt sind. Plötzlich nimmt die Ka8 die Nase herunter und deutlich an Fahrt auf. Noch bevor der Fluglehrer die Hand mit dem Funkgerät an den Mund führen kann, geht die Ka8 wieder in Normalfluglage über. Die Hand des Fluglehrers sinkt wieder herab und auch die Nase der Ka8. Wieder nimmt sie kräftig Fahrt auf, alles bei kräftigem Seitenwind weg vom Platz. Diesmal setzt der Fluglehrer einen kurzen Funkspruch ab:“Ganz ruhig, Hannah, und achte auf deine Höhe“. Ohne Antwort und unbeeindruckt delphiniert die Ka8 weiter. Sieht aber immerhin sehr zielstrebig aus. Hilflos schaut der Fluglehrer auf sein Funkgerät und sagt zu seinem Wismuther Kollegen:“Entweder findet sie dort Thermik oder ein Außenlandefeld“. Da Hannah aber bereits eine Außenlandung hinter sich hat, ist er nur mässig beunruhigt, derweil die Ka8 am Horizont ihre Kreise zieht. Plötzlich richtet sie sich auf und macht Anstalten, zum Platz zurückzufliegen. „Eijeijei“ entfleucht es dem Fluglehrer, „das wird aber knapp“, und nun ist er doch beunruhigt. Von der Startstelle aus sieht man in Richtung der heranrauschenden Ka8 Bäume, einen hohen Straßendamm, weitere Bäume, etwas weiter Windräder und, natürlich, die Ka8, die wieder beginnt zu delphinieren und dabei jeweils mächtig Fahrt aufnimmt. Ein weiterer unbeantworteter Funkspruch:„Bleib ruhig, Hannah, und schau nach Äckern“, und dann verschwindet die Ka8 hinter Bäumen und lässt einen hilflosen Fluglehrer zurück. Da taucht die Ka8 wie Phoenix aus der Asche wieder auf, nun deutlich zu erkennen. Den Platz wird sie nicht erreichen, aber für die Schafwiesen daneben sollte es reichen, also funkt der Fluglehrer:“ Siehst du die Wiesen Hannah?“. Vergebens, wieder senkt sich die Nase und die Ka8 verschwindet hinter Bäumen, zieht hoch, der Fluglehrer denkt an Gernot und seinen Parabelflug, und dann senkt sich die Ka8 entgültig Richtung Bäume. Hoffentlich sind es nur kräftige Büsche, die die Ka8 auffangen, denkt der Fluglehrer und dann bleibt nur noch das Warten auf unheil- oder heilvolle Geräusche. Unverhofft taucht plötzlich hinter der Baumreihe am Ende des Platzes ein weißer Schemen auf, eine Ka8 wird erkennbar, gleitet zu Boden und landet sanft 25 m hinter der Platzbegrenzung im „rough“ wie der Golfer sagen wuerde. Erleichterung macht sich breit. „Die müssen wir wohl über den Zaun heben, aber geh du erst mal erst alleine zu ihr und frage, wie es ihr geht“ sagt der Wismuther Fluglehrer zu seinem Asperdener Kollegen, und so macht sich der auf den Weg. „Glückwunsch zur guten Lösung einer schwierigen Situation, wie geht’s dir?“ „Gut, wieso?“ „Hmmh, gut, machst du noch einen Versuch?“ „Meinst du, es geht noch?“ „Schaun wir mal. Ach, warum bist du denn oft so schnell geflogen?“ „Da war starkes Saufen und Jarno hat gesagt, da muss man deutlich schneller fliegen.“ „Wie schnell warst du denn?“ „160!!“ „Hannah, aaah, bei 160 hat die Ka8 einen Gleitwinkel von 1 zu Klavier, sieh mal, selbst bei McReady-Einstellung 2 Meter und 4 Meter Saufen fliegt man gerade mal gute 130 km/h!“ „McReady???“ Und so kam es, dass die Ka8 die Flugplatzbegrenzung dank der tatkräftigen Unterstützung der Wismuther Kollegen auf den Händen überquerte, statt aus eigener Kraft zu überfliegen.
(Erfahrungsbericht eines leicht gealterten Fluglehrers!!)
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